Vamos Caminando - Wir sind unterwegs Nr. 74 // CCA

An alle, die die Freundschaft ohne Grenzen schätzen – in Europa und an die aus Ayopaya stammenden Migranten in aller Welt:

40 JAHRE EHRENAMT

Freiwilliges Engagement für das Gemeinwohl der Campesinos in Bolivien ist nicht unmöglich – es erfordert Ausdauer und Kraft.

Menschen aus Europa und Bolivien haben sich gemeinsam in Programmen und Projekten der humanitären Selbsthilfe im Municipio Independencia engagiert, wo mehr als 150 Gemeinden in extremer Armut leben. Viele dieser Dörfer verfügen weder über Trinkwasser noch über Strom, menschenwürdige Wohnungen oder Zugang zu Kleinkrediten. Sie leben nahezu vergessen in den Bergregionen des Landes.


1 – Vorwort von Jorge „Coco“ Aquino

Ich, Coco, möchte dem KAAD meinen tief empfundenen Dank aussprechen – der katholischen Organisation, die mir 1985 ein Studienstipendium in Kassel, Deutschland, gewährte. Ebenso danke ich den deutschen Freunden und Familien, die mich begleitet und mir geholfen haben, mich in die europäische Gesellschaft zu integrieren – entschuldigt bitte, dass ich nicht jeden Einzelnen namentlich erwähnen kann. Viele von ihnen unterstützten darüber hinaus meine Arbeit und mein Engagement in Bolivien.

Meine Anerkennung gilt gemeinsam mit dem Team des Centro Cultural Ayopayamanta (CCA) auch den Familien, katholischen und evangelischen Kirchengemeinden, Gemeinden, Schulen, Weltläden und Unternehmen, die über Jahrzehnte hinweg solidarisch zahlreiche bäuerliche Gemeinschaften für derer Entwicklung unterstützt haben.

Ebenso danke ich meinen deutschen und österreichischen Freundinnen und Freunden, die mir grundlegende Werte wie Ehrenamt, Ausdauer, Hingabe und Ehrlichkeit vermittelt haben. Man kann sagen, dass sie mir diese Werte vererbt haben. Ohne den Gesang und die Musik von den Musikgruppen Ayopayamanta und Sacambaya, die diesen Weg begründet und getragen haben, hätte ich weder Regierungen, Theater und Festlichkeiten erreicht noch das aufbauen können, was das CCA heute in Independencia besitzt.

Möge dieses Beispiel weiterhin Menschen inspirieren, sich ehrenamtlich für andere einzusetzen und Brücken der Solidarität zwischen den Völkern zu bauen.

In Bolivien, besonders in den abgelegenen Dörfern fern der großen Städte wie La Paz, Oruro, Cochabamba und Santa Cruz de la Sierra, leben bis heute uralte Traditionen des gemeinschaftlichen Zusammenhalts weiter. Eine davon ist die mink‘a: „Hilf mir, und ich werde dir helfen.“ Ebenso besteht die traditionelle Autorität des tata alcalde fort – die höchste moralische und gemeinschaftliche Führungspersönlichkeit des Dorfes, geprägt von der Weisheit der Anden ama llulla, ama qhella, ama sua: „Nicht lügen, nicht faulenzen und nicht stehlen.“.

Der tata alcalde leitet die gemeinschaftlichen Arbeiten: Fußwege, gemeinschaftliche Zugänge, Bewässerungskanäle und die traditionellen huayllacus, kollektive Arbeitstage zur Verstärkung der Dächer mit Lehm und Stroh. Zu diesen Arbeiten gehören auch traditionelle Musik, heimische Instrumente sowie die gemeinsame Zubereitung von Essen und Getränken für die gesamte Dorfgemeinschaft. Jedes Mitglied der Gemeinschaft trägt Verantwortung, diese Regeln zu achten und der legitimen Autorität des tata alcalde zuzuhören.

Im Jahr 1986 beschlossen wir gemeinsam mit einer Gruppe von Studienfreunden der Agrarwissenschaften – Roberto Villavicencio (+), Gonzalo Mérida (+), Jorge, Paulino, Remy, Carlos, Gumercindo, Wilma und Daysi Paulino – nicht den Weg der Waffen und der Guerilla des Che Guevara zu wählen. Stattdessen nahmen wir Rucksäcke und 9.000 Forstpflanzen, transportiert im Volvo von Fidel Baptista, und brachten sie auf den Hügel von San Isidro in Chuñavi, wo wir eine große Wiederaufforstungskampagne durchführten. Heute ist dieser Ort ein gemeinschaftlicher Wald.

So entstand auch das Centro Cultural Ayopayamanta – eine Institution, geschaffen von und für die Menschen von Independencia, engagiert für Kultur, Umwelt, Solidarität und menschliche Entwicklung.

Es sind Andenken an jene „goldenen Zeiten“, die bis heute in unserer Erinnerung und in der gemeinschaftlichen Arbeit unseres Volkes weiterleben. Sie erinnern uns daran, dass wahre Entwicklung dort beginnt, wo Menschen füreinander einstehen, gemeinsam arbeiten und die Solidarität stärker ist als der Egoismus.

Unser Dank gilt Roberto Villavicencio und Gonzalo Mérida (beide links im Bild, inzwischen verstorben), Forstingenieuren, die ihre berufliche Erfahrung für Independencia zur Verfügung stellten.

Coco mit seiner Familie in Ludwigshafen, April 2026.


2 – Ohne Wasser gibt es kein Leben, sodass ganze Gemeinschaften verschwinden

Der Wassermangel ist eine der Hauptursachen für die massive Abwanderung aus ländlichen Gemeinden – sowohl innerhalb Boliviens als auch ins Ausland. Wenn eine Dorfgemeinschaft ihre Wasserquellen verliert, sehen sich junge Familien gezwungen, in Städte oder in Länder wie Brasilien, Argentinien und Chile auszuwandern. Zurück bleiben oft nur ältere Menschen in nahezu verlassenen Dörfern. Tragischerweise gelingt es dem Staat kaum, diesen stillen Prozess des Verschwindens bäuerlicher Gemeinschaften aufzuhalten.

Diese schmerzliche Realität haben wir in der Gemeinde Aramani erlebt, wo die Wasserquellen vollständig versiegten. Die jungen Menschen wanderten auf der Suche nach Arbeit und Überleben ab, während einige ältere Bauern weiterhin ausharrten und täglich zwei bis drei Kilometer zu Fuß zurücklegten, um etwas Wasser zum Überleben zu holen. Die Wasserknappheit machte Landwirtschaft nahezu unmöglich; selbst in der Regenzeit reichte es kaum aus, Kartoffeln und Mais für den Eigenbedarf anzubauen.

Dank der solidarischen Unterstützung von Mercedes-Benz aus Stuttgart und den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) konnte schließlich ein Tiefbrunnen gebohrt werden. Es war ein zutiefst bewegender Moment für die gesamte Gemeinschaft: Die Menschen weinten vor Freude, als aus 90 Metern Tiefe mithilfe einer Solarpumpe endlich Wasser hervorströmte. Mit diesem Augenblick begann die Wiedergeburt des Dorfes. Zur Einweihung des Brunnens kehrten sogar Menschen zurück, die zuvor nach Brasilien, Argentinien und Chile ausgewandert waren.

Dieses Projekt war alles andere als einfach. In unserer Region fehlen ausreichende Bodenstudien, und die tektonischen sowie morphologischen Gegebenheiten sind äußerst komplex. Deshalb mussten zunächst geophysikalische und hydrogeologische Untersuchungen mit speziellen Sondierungsmethoden durchgeführt werden, um wasserführende Schichten zu identifizieren und eine sichere sowie effiziente Bohrung zu ermöglichen. Dank dieser Untersuchungen konnten die Fachkräfte präzise arbeiten und ausreichend Wasser für die Bevölkerung erschließen. Wasser bedeutet Leben. Mit jeder Unterstützung schenken wir Familien Hoffnung, Würde und die Möglichkeit, in ihrer Heimat zu bleiben. Solidarität kann ganze Gemeinschaften retten.

Zu einem späteren Zeitpunkt finanzierte die Gemeinde Neustadt an der Weinstraße zusammen mit dem Freundeskreis Kunan Mink’a e.V. die Konstruktion eines zweiten Wassertanks für die Gemeinde Independencia. Durch dieses Projekt konnte die zur Verfügung stehende Wassermenge erhöht werden, was wiederum den 3.500 Einwohnenden der Gemeinde zugutekommt.

Schulen und Bildungseinrichtungen, in denen sich eine große Anzahl von Schülerinnen und Schülern konzentriert, benötigen besondere Aufmerksamkeit bei der Wasserversorgung. Deshalb ist es entscheidend, die Wasserreserven nach technischen Kriterien verantwortungsvoll zu verwalten und Verteilungspläne zu entwickeln, die sich an den Jahreszeiten orientieren. Diese Maßnahmen sollten in enger Zusammenarbeit zwischen den kommunalen Behörden und der Leitung des CCAs umgesetzt werden.


3 – Sonnenenergie für die vergessenen und verlassenen Familien der Gemeinde Independencia

Wir haben es geschafft, mehr als 400 Familien in der Gemeinde Independencia mit Photovoltaikanlagen zu versorgen.

Unser Traum ist es, eines Tages 500 Familien zu erreichen – und noch weiter zu gehen. Einer der wertvollsten Aspekte dieses Projekts war die Ausbildung von fünf jungen Menschen, die nach Cochabamba geschickt wurden, um sich im Unternehmen ECOGUZ weiterzubilden. Dort erhielten sie fünf Wochen lang eine intensive theoretische und praktische Schulung zu Photovoltaiksystemen.

Nach ihrer Rückkehr organisierten diese jungen Menschen fünf Solar-Montagegruppen unter dem Namen „Eléctricos Sin Fronteras Independencia“, in die Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 17 Jahren aus den Schulen der Gemeinde integriert wurden. Dadurch sind es heute die Jugendlichen der Region selbst, die die Installationen durchführen – ohne auf externe Firmen angewiesen zu sein.

Im Jahr 2010 besuchten Vertreter der GTZ und von ENERGETICA (Deutschland und Cochabamba, Bolivien) unser Dorf Independencia und erklärten vor dem Gemeinderat, dass sie geplant hatten, 3.000 Familien in der Provinz Ayopaya mit Solarenergie zu versorgen. Bis heute wurde dieses Projekt nicht vollständig umgesetzt. Dennoch bewahren wir die Hoffnung, dass es eines Tages Realität wird, denn diese Region braucht dringend Zugang zu sauberer Energie.

Wir bitten um Unterstützung, um diese Erfahrung weiter zu stärken. Wir sind überzeugt, dass wir in der Lage sind, mit unserer Methode „Menschen aus Bolivien helfen sich gegenseitig“ die 3.000 Familien mit Solarenergie zu versorgen. Es wäre dabei sehr wichtig, weitere internationale Zusammenarbeit beispielsweise über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) oder offiziell registrierte Nichtregierungsorganisationen in Deutschland stattfinden zu lassen.

Mit finanzieller Hilfe von Freunden, solidarischen Organisationen und Firmen wie EWS und weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern setzen wir dieses Projekt fort, um Licht zu den Menschen zu bringen, die ohne Elektrizität leben. Diese Arbeit wird vom CCA koordiniert, das für Begleitung, Motivation, Organisation und Gesamtkoordination verantwortlich ist. Gleichzeitig sind wir offen für Ratschläge, Empfehlungen und Hinweise, die uns helfen, uns stetig zu verbessern.

Abschließend liegt ein großer Teil dieser Arbeit in den Händen der Familie Aquino Maier, die seit über 40 Jahren Engagement, Opferbereitschaft, Bescheidenheit und den Verzicht auf viele persönliche Privilegien zeigt. Ohne den Einsatz eines Vaters, der beschlossen hat, sein Leben dem Dienst an den Bedürftigsten zu widmen, wären die heutigen Ergebnisse und Erfolge nicht möglich gewesen.


4 – Entwicklung der lokalen Wirtschaft durch „Made in Independencia“ und Elektromobilität mit Solarenergie

Das CCA fördert produktive und technologische Initiativen, die auf nachhaltige Entwicklung und die Schaffung wirtschaftlicher Chancen für ländliche Familien ausgerichtet sind.

Derzeit werden Prozesse zur Weiterverarbeitung lokaler Produkte gestärkt, darunter die Herstellung von Wurstwaren, Marmeladen, Joghurt, Speiseeis sowie getrockneten Früchten und Heilkräutern. Diese Aktivitäten werden von lokal ausgebildeten Fachkräften und Frauengruppen durchgeführt, die regionale Produkte mit Mehrwert unter der Marke „Made in Independencia – La Palqueñita“ entwickeln.

Angesichts des gravierenden Mangels und der hohen Kosten für Treibstoffe in der Region fördert das CCA zudem Lösungen im Bereich der Elektromobilität, die an die ländlichen Bedingungen angepasst sind. Mit technischer Unterstützung von Synergia S.A. wurden Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb umgerüstet und erreichten eine Reichweite von etwa 95 km. Zehnmonatige Praxistests bestätigten die technische und operative Umsetzbarkeit auf ländlichen Straßen.

Als nächster Schritt ist die Einführung eines elektrischen Gemeinschafts-Minibusses für die Strecke von Independencia zur Landschule Chuñavis und gleichzeitigem Standort des Projekts „Punta Wasi“ geplant, der von geschulten Müttern gefahren und gewartet werden soll. Zusätzlich wurden elektrische Motorräder und Dreiräder für den Transport von Werkzeugen, Schülerinnen und Schülern sowie landwirtschaftlichen Produkten angeschafft.


5 – Dank für kulturelle Offenheit und solidarische Zusammenarbeit

Im Namen der Musikgruppe Sacambaya sprechen wir den Ländern Mitteleuropas unseren tiefsten Dank für die herzliche Aufnahme während der Musiktourneen, den sog. Eurotouren, aus. Diese Erfahrung hat nicht nur die Verbreitung unseres künstlerischen Ansatzes ermöglicht, sondern auch die Generierung von Ressourcen zur Umsetzung sozialer Projekte in Bolivien gefördert.

Dank der durchgeführten Konzerte konnten verschiedene Initiativen zur gemeinschaftlichen Entwicklung finanziert werden, darunter Trinkwasser- und Bewässerungssysteme, Bildungsinfrastruktur, Solarenergieprojekte, ein Ausbildungszentrum für ländliche Unternehmende sowie Bildungsprogramme zur Unterstützung von Kindern aus bäuerlichen Familien.

Das Projekt wird vom CCA getragen, mit dem Ziel, die quechua Musik und Kultur aufzuwerten und sie mit Prozessen einer nachhaltigen und selbsttragenden gemeinschaftlichen Entwicklung zu verbinden. In diesem Rahmen wurden 13 CDs mit eigenem Repertoire in Quechua und Spanisch produziert, deren Kompositionen Botschaften im Zusammenhang mit pachamama, Mutter Erde, vermitteln, die als lebendiges Wesen verstanden wird – ein Prinzip, das in der Verfassung des Plurinationalen Staates Bolivien anerkannt ist.

Zudem wird ein besonderer Dank an verschiedene europäische Vereine ausgesprochen, die diese solidarischen Initiativen begleitet und unterstützt haben: Runa Masi e.V., der Freundeskreis Inti Ayllus Bolivienhilfe e.V., der Missionskreis Ayopaya e.V., der Freundeskreis Kunan Mink’a e.V., das Steirische Vulkanland, INTERSOL und die Marktgemeinde Götzis in Vorarlberg.

Es wird hervorgehoben, dass diese Maßnahmen dank des solidarischen Engagements dieser Organisationen möglich wurden, angesichts der begrenzten Umsetzung vergleichbarer Projekte durch staatliche Stellen im eigenen Land, trotz vorhandener öffentlicher Mittel.

Abschließend möchten wir mitteilen, dass sich die Eurotour 2027 in Planung befindet, vorgesehen für die Monate September und Oktober mit der Teilnahme von fünf Musikerinnen und Musikern und Konzerten in Frankreich, Deutschland, Österreich, Südtirol sowie weiteren europäischen Ländern. Sobald wir es schaffen, 30 Konzerte für diese zwei Monate zu organisieren, werden wir die Eurotour 2027 offiziell ankündigen können.

Die Gründungsmitglieder Sacambayas, einer kulturell-sozialen Musikgruppe, die seit 25 Jahren mit dem CCA Hand in Hand arbeitet und kontinuierlich zur Stärkung kultureller und gemeinschaftlicher Prozesse beiträgt.


6 – Die Feria de la Fruta in Independencia: Ergebnisse und Zukunft

Die Feria de la Fruta, der jährlich stattfindende Obstmarkt Independencias ist ein konkretes Beispiel für die erzielten Ergebnisse dank der Unterstützung durch die Bereitstellung von Obstpflanzen, technischer Schulung und Ressourcen aus der Steiermark.

Die Fotos zeigen den Einsatz, die Ausdauer und das Engagement der Produzentinnen und Produzenten der Region sowie die bedeutenden Fortschritte bei der Diversifizierung von Obst- und landwirtschaftlichen Produkten. Diese Arbeit beweist, dass bäuerliche Familien mit Unterstützung, Organisation und Wissen ihre Produktion verbessern und neue wirtschaftliche Chancen schaffen können.

Doch die Herausforderung bleibt bestehen. Es ist notwendig, die Verarbeitung von Produkten zu stärken und neue Märkte zu erschließen, um ein nachhaltiges Einkommen für die ländlichen Gemeinschaften zu sichern.

Daher ist die Schaffung eines regionalen Verkaufsladens namens „La Palqueñita“ von großer Bedeutung, in dem frisches Obst sowie verarbeitete Produkte aus der Region angeboten werden können. Ebenso schlagen wir den Bau eines Sammel- und Lagerzentrums, „Lagerhaus Palca“, sowie eines Verarbeitungszentrums für Produkte, „La Palqueñita“, vor. Diese Projekte werden es ermöglichen, die Lagerung und Vermarktung von Produkten zu verbessern, einen Mehrwert durch die Verarbeitung von Obst zu schaffen, lokale Arbeitsplätze zu schaffen, die regionale Wirtschaft zu stärken und die Selbstständigkeit der Gemeinden zu fördern.

Wir sind überzeugt, dass diese Initiativen entscheidend dazu beitragen werden, die produktive Entwicklung der Region zu festigen und den bäuerlichen Familien eine würdevolle und hoffnungsvolle Zukunft zu sichern.


7 – Nachwort

In Bolivien ist die Lage gegen Ende des Jahres von wachsender Unsicherheit geprägt, gekennzeichnet durch soziale Spannungen und anhaltende Konflikte. Es wird angenommen, dass bestimmte Interessengruppen die soziale Instabilität gezielt verstärken und damit die ohnehin angespannte Situation der Bevölkerung weiter verschärfen.

Zugleich möchten wir darauf hinweisen, dass sich über Jahre hinweg tiefgreifende institutionelle, wirtschaftliche und strukturelle Defizite angesammelt haben, die sowohl frühere als auch aktuelle Regierungsverantwortliche zu verantworten haben und die die Handlungsfähigkeit des Staates erheblich beeinträchtigen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Zukunft des Landes zunehmend ungewiss, mit einem Szenario, das von politischer Instabilität und wirtschaftlicher Fragilität geprägt ist.

Ohne ein entschlossenes und gemeinsames Handeln aller gesellschaftlichen und politischen Kräfte droht eine weitere Verschlechterung der Lage, wodurch man die Zukunft Boliviens insgesamt als offen und höchst unsicher bewerten muss.

Wir sind Geschwister in Christus und miteinander verbunden als Freundinnen und Freunde in einer einzigen Welt.

Coco im Namen des Teams des CCAs

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